Bastien und Bastienne
Wolfgang Amadeus Mozart
Jednoaktová zpěvohra Bastien und Bastienne měl premiéru 1.10.1768 pravděpodobně v domě vídeňského lékaře Franze Antona Mesmera na Landstrasse ve Vídni v neznámém obsazení.První veřejné představení se konalo 2.10.1890 v berlínském Architektenhausu a první veřejné ve Vídni 25.12.1891. Česká premiéra se konala v Brně, 14.4.1892.
Libreto napsal Johann Andreas Schachtner přepracováním německého překladu Les amours de Bastien et Bastienne od Friedricha Wilhelma Weiskerna a Johanna H. F. Müllera. Předlohu ve francouzštině napsali Charles-Simon Favart a Harny de Guerville, jednalo se o parodii na dílo Jeana-Jacquese Roussseaua Le devin du village.
Obsah:
Venkovská krajina v době rokoka. Bastienne (soprán), jíž je Bastien (pastýř, tenor)nevěrný, prosí o radu Colase (domnělý kouzelník, bas). A Colas radí: Bastienne musí předstírat, že miluje Damona. V tom přichází Bastien a nešťastné dívce nezbývá, než se schovat v Colasově chatě. Bastien ji najde, milenci se pohádají, ale nakonec je přece jen spojí láska.
LIBRETO
INTRADA
ERSTER AUFTRITT
Die Bühne stellt ein Dorf dar,
mit der Aussicht aufs Feld.
Bastienne allein.
mit der Aussicht aufs Feld.
Bastienne allein.
Nr. 1 Arie
BASTIENNE
Mein liebster Freund hat mich
verlassen, mit ihm ist Schlaf und
ruh dahin.Ich wei vor leid mich
nicht zu fassen;der Kummer schwächt
mir Aug und Sinn.Vor gram und
schmerz erstarrt das Herz,und diese
not bringt mir den Tod.
Mein liebster Freund hat mich
verlassen, mit ihm ist Schlaf und
ruh dahin.Ich wei vor leid mich
nicht zu fassen;der Kummer schwächt
mir Aug und Sinn.Vor gram und
schmerz erstarrt das Herz,und diese
not bringt mir den Tod.
Rezitativ
BASTIENNE
Bastien flieht mich!Der Treulose!
Um eines hübschen Gesichtes
willen kehrt er mir den Rücken.
O meine arme Liebe!
Bastien flieht mich!Der Treulose!
Um eines hübschen Gesichtes
willen kehrt er mir den Rücken.
O meine arme Liebe!
Nr. 2 Arie
BASTIENNE
Ich geh jetzt auf die Weide,Betäubt und ganz gedankenleer.
Ich seh zu meiner Freude nichts
als mein Lämmerheer.Ach! ganz
allein voller Pein stets zu sein,
Bringt dem Herz
Nur Qual und Schmerz.
BASTIENNE
Ich geh jetzt auf die Weide,Betäubt und ganz gedankenleer.
Ich seh zu meiner Freude nichts
als mein Lämmerheer.Ach! ganz
allein voller Pein stets zu sein,
Bringt dem Herz
Nur Qual und Schmerz.
ZWEITER AUFTRITT
Colas kommt von einem Hügel
und spielt auf dem Dudelsack.
Bastienne, Colas.
und spielt auf dem Dudelsack.
Bastienne, Colas.
Nr. 3 Vorspiel
Nr. 4 Arie
COLAS
Befraget mich ein zartes Kind und
sein zukünft'ges Glücke,Les ich
das Schicksal ihm geschwind aus
dem verliebten Blicke.
Ich sehe, blo des Liebsten
Gunst kann zum Vergnügen taugen.
Wie leicht wird mir die Zauberkunst
bei zwei verliebten Augen.
Befraget mich ein zartes Kind und
sein zukünft'ges Glücke,Les ich
das Schicksal ihm geschwind aus
dem verliebten Blicke.
Ich sehe, blo des Liebsten
Gunst kann zum Vergnügen taugen.
Wie leicht wird mir die Zauberkunst
bei zwei verliebten Augen.
Rezitativ
BASTIENNE
Guten Morgen, Herr Colas!
Wolltest du mir wohl einen
Gefallen erweisen?
Guten Morgen, Herr Colas!
Wolltest du mir wohl einen
Gefallen erweisen?
COLAS
Ja, mit Freuden,mein Herzchen.
La hören, was verlangst du von mir?
Ja, mit Freuden,mein Herzchen.
La hören, was verlangst du von mir?
BASTIENNE
Ich wünsche ein Mittel wider den
verdru, der mich nagt.
Du als ein Zauberer Kannst mir
dasselbe unfehlbar erteilen.
Ich wünsche ein Mittel wider den
verdru, der mich nagt.
Du als ein Zauberer Kannst mir
dasselbe unfehlbar erteilen.
COLAS
Ja, ganz gewi. Du hättest dich an
keinen besseren wenden können.
O potz Stern!
Ich besitze wunderbare
Geheimnisse, zwei schönen Augen
gutes Glück zu prophezeien.
Ja, ganz gewi. Du hättest dich an
keinen besseren wenden können.
O potz Stern!
Ich besitze wunderbare
Geheimnisse, zwei schönen Augen
gutes Glück zu prophezeien.
BASTIENNE
Aber, Herr Colas,
ich hab kein Geld.
Du mut dich schon mit diesen
Ohrbuckeln befriedigen,die ich dir
schenke.Sie sind von klarem Golde.
Aber, Herr Colas,
ich hab kein Geld.
Du mut dich schon mit diesen
Ohrbuckeln befriedigen,die ich dir
schenke.Sie sind von klarem Golde.
COLAS
Geh, meine Tochter,
mit deinen Ohrbuckeln.
Geh, meine Tochter,
mit deinen Ohrbuckeln.
BASTIENNE
Wie? Du willst sie verschmähen?
Wie? Du willst sie verschmähen?
COLAS
Bei einem so hübschen Kinde,
wie du bist, nehme ich mit ein paar
Busserln fürlieb.
(Er will sie umarmen)
Bei einem so hübschen Kinde,
wie du bist, nehme ich mit ein paar
Busserln fürlieb.
(Er will sie umarmen)
BASTIENNE
Nicht, nicht, Herr Colas!
Alle meine Busserl sind für
den Bastien aufgehoben.
Sei so gut und erlaube,da ich von
meiner heirat mit dir rede.
Was rätst du mir? Soll ich sterben?
Nicht, nicht, Herr Colas!
Alle meine Busserl sind für
den Bastien aufgehoben.
Sei so gut und erlaube,da ich von
meiner heirat mit dir rede.
Was rätst du mir? Soll ich sterben?
COLAS
Sterben, so jung?
Ei beileibe nicht,
das wäre ewig schade.
Sterben, so jung?
Ei beileibe nicht,
das wäre ewig schade.
BASTIENNE
Aber alle Leute sagen, da
mich Bastien verlassen hat.
Aber alle Leute sagen, da
mich Bastien verlassen hat.
COLAS
Eh. mach dir deswegen
keinen Kummer.
Eh. mach dir deswegen
keinen Kummer.
BASTIENNE
Sollte es möglich sein?
O Glück! So hält er mich noch
für schön.
Sollte es möglich sein?
O Glück! So hält er mich noch
für schön.
COLAS
Er liebt dich vom
Grunde der Seele.
Er liebt dich vom
Grunde der Seele.
BASTIENNE
Und doch ist er mir ungetreu!
Und doch ist er mir ungetreu!
COLAS
Dein Bastien ist nur ein
wenig flatterhaft. Sei ohne
Sorgen, mein liebes Kind!
Deine Schönheit hält ihn fest.
Dein Bastien ist nur ein
wenig flatterhaft. Sei ohne
Sorgen, mein liebes Kind!
Deine Schönheit hält ihn fest.
BASTIENNE
Aber, wenn er einmal mein Mann
werden sollte. O, zum Geier!
So will ich mit keiner andern
teilen, weit du das?
Aber, wenn er einmal mein Mann
werden sollte. O, zum Geier!
So will ich mit keiner andern
teilen, weit du das?
COLAS
Sei ruhig! Dein geliebter
Gegenstand ist gar nicht
ungetreu.
Er liebt nur den Aufputz.
Sei ruhig! Dein geliebter
Gegenstand ist gar nicht
ungetreu.
Er liebt nur den Aufputz.
BASTIENNE
Den Aufputz?
Hat ihn wohl jemand
besser ausstaffiert als ich?
Den Aufputz?
Hat ihn wohl jemand
besser ausstaffiert als ich?
Nr. 5 Arie
BASTIENNE
Wenn mein Bastien einst im Scherze
Mir ein Blümchen sonst entwand,
Drang mir selbst die Lust durchs Herze,
Die er bei dem Raub empfand.
Warum wird er von Geschenken
Einer andern jetzt geblendt?
Alles, was nur zu erdenken,
Ward ihm ja von mir gegönnt.
Meiereien, Feld und Herden
Bot ich ihm mit Freuden an.
Jetzt soll ich verachtet werden,
Da ich ihm so viel getan.
Wenn mein Bastien einst im Scherze
Mir ein Blümchen sonst entwand,
Drang mir selbst die Lust durchs Herze,
Die er bei dem Raub empfand.
Warum wird er von Geschenken
Einer andern jetzt geblendt?
Alles, was nur zu erdenken,
Ward ihm ja von mir gegönnt.
Meiereien, Feld und Herden
Bot ich ihm mit Freuden an.
Jetzt soll ich verachtet werden,
Da ich ihm so viel getan.
Rezitativ
COLAS
O, die Edelfrau vom Schlo wei ihn noch
besser zu erpflichten. Um ihm an sich
zu ziehen, erwidert sie seine
Höflichkeiten mit den köstlichsten
Geschenken. Kann es uns wohl an
Liebhabern fehlen, wenn man die
Gewogenheiten bezahlt?
O, die Edelfrau vom Schlo wei ihn noch
besser zu erpflichten. Um ihm an sich
zu ziehen, erwidert sie seine
Höflichkeiten mit den köstlichsten
Geschenken. Kann es uns wohl an
Liebhabern fehlen, wenn man die
Gewogenheiten bezahlt?
Nr. 6 Arie
BASTIENNE
Würd ich auch wie manche Buhlerinnen
Fremder Schmeicheleien niemals satt,
Wollt ich mir ganz leicht das Herz
gewinnen
Von den schönsten Herren aus der Stadt.
Doch nur Bastien reizt meine Triebe,
Und mit Liebe wird ein andrer nie
belohnt.
Geht, geht, geht! sag ich,
Geht und lernt von meiner Jugend,
Da die Tugend
Auch in Schäferhütten wohnt.
Würd ich auch wie manche Buhlerinnen
Fremder Schmeicheleien niemals satt,
Wollt ich mir ganz leicht das Herz
gewinnen
Von den schönsten Herren aus der Stadt.
Doch nur Bastien reizt meine Triebe,
Und mit Liebe wird ein andrer nie
belohnt.
Geht, geht, geht! sag ich,
Geht und lernt von meiner Jugend,
Da die Tugend
Auch in Schäferhütten wohnt.
Rezitativ
COLAS
Gib dich zufrieden! Ich bin Bürge für
deinen Wetterhahn. Er wird
zurückkehren, ich stehe dir dafür.
Aber du mut ir eine andere Art
angewöhnen.
Du mut ein wenig arglistig,spahaft und
leichtsinnig erden. Ein Liebhaber wird
zur Beständigkeit nicht leichter als
durch Scherz und Fopperei gebracht.
Gib dich zufrieden! Ich bin Bürge für
deinen Wetterhahn. Er wird
zurückkehren, ich stehe dir dafür.
Aber du mut ir eine andere Art
angewöhnen.
Du mut ein wenig arglistig,spahaft und
leichtsinnig erden. Ein Liebhaber wird
zur Beständigkeit nicht leichter als
durch Scherz und Fopperei gebracht.
BASTIENNE
Das wird schwer halten. Wenn ich ihn
sehe, verliere ich gleich Sprache und
Stimme. Ichschau nur, ob meine Ärmel wei sind, ob
das Krösel recht in die Falten gelegt
und das Mieder gerad eingeschnürt ist,
ob mein Rock sich wohl ausbreitet und
ob Schuh und Strümpfe sauber sind.
Das wird schwer halten. Wenn ich ihn
sehe, verliere ich gleich Sprache und
Stimme. Ichschau nur, ob meine Ärmel wei sind, ob
das Krösel recht in die Falten gelegt
und das Mieder gerad eingeschnürt ist,
ob mein Rock sich wohl ausbreitet und
ob Schuh und Strümpfe sauber sind.
COLAS
Das taugt nichts, mein Kind.Einen
Unbeständigen zurecht zu bringen, mu
man selbst ein wenig flatterhaft
scheinen.Man mu sich stellen, vor dem
Liebsten zu fliehen, wenn man sich
gleich herzlich nach ihm sehnt. Schau,
das ist die rechte Art: so machen es
die Damen der Stadt.
Das taugt nichts, mein Kind.Einen
Unbeständigen zurecht zu bringen, mu
man selbst ein wenig flatterhaft
scheinen.Man mu sich stellen, vor dem
Liebsten zu fliehen, wenn man sich
gleich herzlich nach ihm sehnt. Schau,
das ist die rechte Art: so machen es
die Damen der Stadt.
Nr. 7 Duett
COLAS
Auf den Rat, den ich gegeben,
Sei, mein Kind, mit Flei bedacht.
Auf den Rat, den ich gegeben,
Sei, mein Kind, mit Flei bedacht.
BASTIENNE
Ja, ich werde mich bestreben,
Ja, mein Herr, bei Tag und Nacht.
Ja, ich werde mich bestreben,
Ja, mein Herr, bei Tag und Nacht.
COLAS
Wirst du mir auch dankbar leben?
Wirst du mir auch dankbar leben?
BASTIENNE
Ja, mein Herr, bei Tag und Nacht.
Ja, mein Herr, bei Tag und Nacht.
COLAS
O, die Unschuld! dir zum Glücke
Meide jetzt die finstern Blicke,
Nimm ein muntres Wesen an.
O, die Unschuld! dir zum Glücke
Meide jetzt die finstern Blicke,
Nimm ein muntres Wesen an.
BASTIENNE
Ja,mein Herr, so gut ich kann!
Ja,mein Herr, so gut ich kann!
DRITTER AUFTRITT
Rezitativ
COLAS
Na, versteck dich, Bastienne!
Dort sehe ich deinen Geliebten
kommen. Na, geh nur schon!
Na, versteck dich, Bastienne!
Dort sehe ich deinen Geliebten
kommen. Na, geh nur schon!
(Bastienne ab)
Arbeit hat man mit diesen einfältigen
jungen Leuten. Dergleichen Unschuld
wird man schwerlich anderswo als auf
dem Lande finde
jungen Leuten. Dergleichen Unschuld
wird man schwerlich anderswo als auf
dem Lande finde
VIERTER AUFTRITT
(Bastien tritt auf)
Nr. 8 Arie
BASTIEN
Groen Dank dir abzustatten,
Herr Colas, ist meine Pflicht;
Du zerteilst des Zweifels Schatten
Durch den weisen Unterricht.
Ja, ich wähle die zum Gatten,
Die des Lebens Glück verspricht.
In den angebot'nen Schätzen
Ist für mich kein wahr
Ergötzen,
Bastiennes Lieblichkeit
Macht mich mehr als Gold erfreut.
BASTIEN
Groen Dank dir abzustatten,
Herr Colas, ist meine Pflicht;
Du zerteilst des Zweifels Schatten
Durch den weisen Unterricht.
Ja, ich wähle die zum Gatten,
Die des Lebens Glück verspricht.
In den angebot'nen Schätzen
Ist für mich kein wahr
Ergötzen,
Bastiennes Lieblichkeit
Macht mich mehr als Gold erfreut.
Rezitativ
COLAS
Es freut mich,
da du endlich zu dir selber kommst.
Leider zu spät, mein Lieber!
Es freut mich,
da du endlich zu dir selber kommst.
Leider zu spät, mein Lieber!
BASTIEN
Zu spät? Was soll das heien?
Zu spät? Was soll das heien?
COLAS
Das soll heien,
da man dir den Abschied gegeben hat.
Das soll heien,
da man dir den Abschied gegeben hat.
Nr. 9 Arie
BASTIEN
Geh! du sagst mir eine Fabel.
Bastienne trüget nicht.
Nein, sie ist kein falscher Schnabel,
Welcher anders denkt als
spricht.
Wenn mein Mund sie herzig nennet,
Hält sie mich gewi für schön,
Und wenn sie vor Liebe brennet,
Mu die Glut von mir entstehn.
Geh! du sagst mir eine Fabel.
Bastienne trüget nicht.
Nein, sie ist kein falscher Schnabel,
Welcher anders denkt als
spricht.
Wenn mein Mund sie herzig nennet,
Hält sie mich gewi für schön,
Und wenn sie vor Liebe brennet,
Mu die Glut von mir entstehn.
Rezitative
COLAS
Möglich!
Trotzdem hat sie bereits...
Möglich!
Trotzdem hat sie bereits...
BASTIEN
...einen anderen?
Um Himmelswillen!
Woher weit du das?
...einen anderen?
Um Himmelswillen!
Woher weit du das?
COLAS
Aus meiner Kunst!
Aus meiner Kunst!
BASTIEN
Aus deiner Kunst?
Aus deiner Kunst?
COLAS
Jawohl! aus meiner Kunst!
Jawohl! aus meiner Kunst!
BASTIEN
Ich bin so unglücklich,
lieber Herr Colas! Geh!
Gibt's denn gar kein Mittel,
meine kleine Bastienne
wieder zu gewinnen?
Ich bin so unglücklich,
lieber Herr Colas! Geh!
Gibt's denn gar kein Mittel,
meine kleine Bastienne
wieder zu gewinnen?
COLAS
Einen Augenblick!
Ich will einmal mein Zauberbuch
befragen.
Einen Augenblick!
Ich will einmal mein Zauberbuch
befragen.
Nr. 10 Arie
COLAS
Dggi, daggi,
Schurry, murry,
Horum, harum,
Lirum, larum,
Raudi, maudi,
Giri, gari,
Posito,
Besti, basti,
Saron, froh,
Fatto, matto,
quid pro quo.
Dggi, daggi,
Schurry, murry,
Horum, harum,
Lirum, larum,
Raudi, maudi,
Giri, gari,
Posito,
Besti, basti,
Saron, froh,
Fatto, matto,
quid pro quo.
Rezitativ
BASTIEN
Ist die Hexerei zu Ende?
Ist die Hexerei zu Ende?
COLAS
Ja, tritt nur näher!
Tröste dich!
Du wirst deine Schäferin wiedersehen.
Ja, tritt nur näher!
Tröste dich!
Du wirst deine Schäferin wiedersehen.
BASTIEN
Aber dar ich sie auch anrühren?
Aber dar ich sie auch anrühren?
COLAS
Ohne Zweifel,
wenn du kein Hackstock bist.
Geh!
und nimm dein wahres Glück besser in
acht als bisher.
(ab)
Ohne Zweifel,
wenn du kein Hackstock bist.
Geh!
und nimm dein wahres Glück besser in
acht als bisher.
(ab)
FÜNFTER AUFTRITT
Nr. 11 Arie
BASTIEN
Meiner Liebsten schöne Wagen
Meiner Liebsten schöne Wagen
Will ich froh aufs neue sehn;
Blo ihr Reiz stillt mein Verlangen,
Gold kann ich um sie
verschmähn.
Weg mit Hoheit,
weg mit Schätzen!
Eure Pracht wirkt nicht bei mir.
Nur mein Mädchen kann ergötzen
Hundertmal noch mehr als ihr.
Wuch'rer, die bei stolzen
Trieben
Blo das Selt'ne sonst entzückt,
Würden ihre Unschuld lieben,
Schätzen sich durch sie beglückt.
Doch umsonst, hier sind die Grenzen,
Sie ist nur für mich gemacht,
Und mit kalten Reverenzen
Wird der Reichtum hier
verlacht.
Blo ihr Reiz stillt mein Verlangen,
Gold kann ich um sie
verschmähn.
Weg mit Hoheit,
weg mit Schätzen!
Eure Pracht wirkt nicht bei mir.
Nur mein Mädchen kann ergötzen
Hundertmal noch mehr als ihr.
Wuch'rer, die bei stolzen
Trieben
Blo das Selt'ne sonst entzückt,
Würden ihre Unschuld lieben,
Schätzen sich durch sie beglückt.
Doch umsonst, hier sind die Grenzen,
Sie ist nur für mich gemacht,
Und mit kalten Reverenzen
Wird der Reichtum hier
verlacht.
SECHSTER AUFTRITT
(Bastienne tritt auf)
Rezitativ
BASTIEN
Bastienne!
Bastienne!
(Bastienne schweigt)
Ja, warum redest du nicht?
Warum sprichst du nicht
zu mir? Bin ich denn nicht dein
geliebter Bastien?
Warum sprichst du nicht
zu mir? Bin ich denn nicht dein
geliebter Bastien?
BASTIENNE
O nein! Der bist du nimmer!
O nein! Der bist du nimmer!
Nr. 12 Arie
BASTIENNE
Er war mir sonst treu und ergeben,
Mich liebte Bastien allein,
Mein Herze nur war sein
Bestreben,
Nur ich, sonst niemand nahm ihn ein.
Das schönste Bild gefiel ihm nicht,
Auf mich nur war sein Blick gericht,
Ich konnt vor andern allen
Ihn reizen, ihm gefallen.
Auch Damen wurden nicht geschätzt,
Die oft sein Blick in Glut
gesetzt.
Wenn sie Geschenke gaben,
Mut ich dieselben haben;
Mich liebte er,
nur mich allein.
Doch nun will er sich andern weihn,
Vergebens ist jetzt meine Liebe.
Mein Liebster, der sich mir entreit,Verbittert die sonst süen Triebe
Und wird ein Flattergeist.
Er war mir sonst treu und ergeben,
Mich liebte Bastien allein,
Mein Herze nur war sein
Bestreben,
Nur ich, sonst niemand nahm ihn ein.
Das schönste Bild gefiel ihm nicht,
Auf mich nur war sein Blick gericht,
Ich konnt vor andern allen
Ihn reizen, ihm gefallen.
Auch Damen wurden nicht geschätzt,
Die oft sein Blick in Glut
gesetzt.
Wenn sie Geschenke gaben,
Mut ich dieselben haben;
Mich liebte er,
nur mich allein.
Doch nun will er sich andern weihn,
Vergebens ist jetzt meine Liebe.
Mein Liebster, der sich mir entreit,Verbittert die sonst süen Triebe
Und wird ein Flattergeist.
Rezitativ
BASTIEN
Aber schau, Bastienne!
Ich bin doch gar kein Flattergeist.
Niemand kann dich so ehrlich liebhaben
wie ich!
Aber schau, Bastienne!
Ich bin doch gar kein Flattergeist.
Niemand kann dich so ehrlich liebhaben
wie ich!
BASTIENNE
Du mich liebhaben?
Und das soll ich dir glauben?
Du mich liebhaben?
Und das soll ich dir glauben?
BASTIEN
Gut, wenn du eigensinnig bist,
so mache, was du willst!
Gut, wenn du eigensinnig bist,
so mache, was du willst!
Nr. 13 Arie
BASTIEN
Geh hin!
Dein Trotz soll mich nicht schrecken.
Ich lauf aufs Schlo,
Das schwör ich dir,
Und will der Edelfrau entdecken,
Mein Herz gehöre gänzlich ihr.
Lät sie wie sonst sich zärtlich
finden,
Will ich mich gleich mit ihr
verbinden.
Geh hin!
Dein Trotz soll mich nicht schrecken.
Ich lauf aufs Schlo,
Das schwör ich dir,
Und will der Edelfrau entdecken,
Mein Herz gehöre gänzlich ihr.
Lät sie wie sonst sich zärtlich
finden,
Will ich mich gleich mit ihr
verbinden.
BASTIENNE
Ich will!
Ich will mich in die Stadt begeben,
Anbeter treff ich da leicht an:
Wie eine Dam'will ich dort leben,
Die hundert Herren fesseln
kann.
Ich will!
Ich will mich in die Stadt begeben,
Anbeter treff ich da leicht an:
Wie eine Dam'will ich dort leben,
Die hundert Herren fesseln
kann.
BASTIEN
Ich werd in Gold und Silber prahlen,
Und eine Liebste voller Pracht
Wird die Gewogenheit bezahlen,
Wodurch mein Blick sie glücklich
macht.
Mir ihre Schätze zu verbinden,
Soll sie mich gar nicht spröde
finden.
Ich werd in Gold und Silber prahlen,
Und eine Liebste voller Pracht
Wird die Gewogenheit bezahlen,
Wodurch mein Blick sie glücklich
macht.
Mir ihre Schätze zu verbinden,
Soll sie mich gar nicht spröde
finden.
BASTIENNE
Den Schönen sind die Kostbarkeiten
In Städten zu erwerben leicht.
Es braucht, um selbe zu erbeuten,
Nichts,
als da man sich freundlich neigt.
Den Schönen sind die Kostbarkeiten
In Städten zu erwerben leicht.
Es braucht, um selbe zu erbeuten,
Nichts,
als da man sich freundlich neigt.
Nr. 14 Rezitativ
BASTIEN
Dein Trotz vermehrt sich durch mein
Leiden?
Wohlan! den Augenblick
Hol ich zu deinen Freuden
Mir Messer, Dolch und Strick.
Leiden?
Wohlan! den Augenblick
Hol ich zu deinen Freuden
Mir Messer, Dolch und Strick.
BASTIENNE
Viel Glück!
Viel Glück!
BASTIEN
Ich geh mich zu erhängen.
Ich lauf, ohn'alle Gnad,
Im Bach mich zu ertränken.
Ich geh mich zu erhängen.
Ich lauf, ohn'alle Gnad,
Im Bach mich zu ertränken.
BASTIENNE
Viel Glück zum kalten Bad!
Viel Glück zum kalten Bad!
Dialog
BASTIEN
(für sich)
Und sollte ich wohl ein solcher Narr
sein, mich ins Wasser zu stürzen?
(für sich)
Und sollte ich wohl ein solcher Narr
sein, mich ins Wasser zu stürzen?
BASTIENNE
Was ist's? Was hält dich denn auf?
Was ist's? Was hält dich denn auf?
BASTIEN
Nichts.Ich überlege nur,
da ich ein schlechter Schwimmer bin;
und dann, da ich vor meinem Ende noch
mit dir reden mu.
Nichts.Ich überlege nur,
da ich ein schlechter Schwimmer bin;
und dann, da ich vor meinem Ende noch
mit dir reden mu.
BASTIENNE
Mit mir reden?
Nein, ich höre dich nicht mehr.
Mit mir reden?
Nein, ich höre dich nicht mehr.
Nr. 15 Duett
BASTIENNE
Geh! Herz von Flandern!
Such nur bei andern
Zärtlich verliebt Gehör,
Denn dich, denn dich
Lieb ich nicht mehr.
Geh! Herz von Flandern!
Such nur bei andern
Zärtlich verliebt Gehör,
Denn dich, denn dich
Lieb ich nicht mehr.
BASTIEN
Wohl, ich will sterben;
Denn zum Verderben
Zeigt mir dein Ha die Spur;
Drum la ich Dorf und Flur.
Wohl, ich will sterben;
Denn zum Verderben
Zeigt mir dein Ha die Spur;
Drum la ich Dorf und Flur.
BASTIENNE
Falscher! Du fliehest?
Falscher! Du fliehest?
BASTIEN
Ja, wie du siehest.
Weil dich ein andrer nimmt,
Ist schon mein Tod bestimmt.
Ich bin mir selbst zur Qual,
Kein Knecht von dem Rival.
Ja, wie du siehest.
Weil dich ein andrer nimmt,
Ist schon mein Tod bestimmt.
Ich bin mir selbst zur Qual,
Kein Knecht von dem Rival.
BASTIENNE
Bastien! Bastien!
Bastien! Bastien!
BASTIEN
Wie? du rufst mich?
Wie? du rufst mich?
BASTIENNE
Du irrest dich.
In deinem Blick
Wird nun mein Glück
Nicht mehr gefunden.
Du irrest dich.
In deinem Blick
Wird nun mein Glück
Nicht mehr gefunden.
BASTIEN
Wo ist die süe Zeit,
Da dich mein Scherz erfreut?
Wo ist die süe Zeit,
Da dich mein Scherz erfreut?
BASTIEN, BASTIENNE
Sie ist anjetzt verschwunden,
Geh! falsche Seele!
Fort! ich erwähle
Für meine zarte Hand
Ein andres Eheband.
Wechsel im Lieben
Tilgt das Betrüben
Und reizet, wie man sieht,
Zur Lust den Appetit.
Sie ist anjetzt verschwunden,
Geh! falsche Seele!
Fort! ich erwähle
Für meine zarte Hand
Ein andres Eheband.
Wechsel im Lieben
Tilgt das Betrüben
Und reizet, wie man sieht,
Zur Lust den Appetit.
BASTIEN
Doch wenn du wolltest...
Doch wenn du wolltest...
BASTIENNE
Doch wenn du solltest...
Doch wenn du solltest...
BASTIEN
Schatz mich noch nennen...
Schatz mich noch nennen...
BASTIENNE
Dies Herz erkennen...
Dies Herz erkennen...
BASTIEN, BASTIENNE
Wär meine Zärtlichkeit
Aufs neue dir geweiht.
BASTIEN
Ich bliebe dein allein.
Ich bliebe dein allein.
BASTIENNE
Ich würde dein auf ewig sein.
Ich würde dein auf ewig sein.
BASTIEN
Gib mir zu meinem Glück
Dein Herz zurück,
Umarme mich,
Nur dich lieb ich.
Gib mir zu meinem Glück
Dein Herz zurück,
Umarme mich,
Nur dich lieb ich.
BASTIENNE
O Lust, o Lust
Für die entflammte Brust!
Für die entflammte Brust!
BASTIENNE, BASTIEN
Komm, nimm aufs neue
Neigung und Treue!
Ich schwör dem Wechsel ab
Und lieb dich bis ins Grab.
Wir sind versöhnet,
Die Liebe krönet
Uns nach dem bangen Streit
Durch treue Zärtlichkeit.
Komm, nimm aufs neue
Neigung und Treue!
Ich schwör dem Wechsel ab
Und lieb dich bis ins Grab.
Wir sind versöhnet,
Die Liebe krönet
Uns nach dem bangen Streit
Durch treue Zärtlichkeit.
SIEBENTER AUFTRITT
(Colas tritt auf)
(Colas tritt auf)
Nr. 16 Terzett
COLAS
Kinder! Kinder!
Seht, nach Sturm und Regen
Wird ein schöner Tag gebracht,
Euer Glück soll nichts bewegen;
Dankt dies meiner Zaubermacht.
Auf! auf! gebt euch die Hand!
Knüpft die Seelen und die Herzen!
Nichts von Schmerzen
Werd euch je bekannt.
Kinder! Kinder!
Seht, nach Sturm und Regen
Wird ein schöner Tag gebracht,
Euer Glück soll nichts bewegen;
Dankt dies meiner Zaubermacht.
Auf! auf! gebt euch die Hand!
Knüpft die Seelen und die Herzen!
Nichts von Schmerzen
Werd euch je bekannt.
BASTIEN, BASTIENNE
Lustig! lustig!
Preist die Zaubereien
Von Colas, dem weisen Mann!
Uns vom Kummer zu befreien,
Hat er Wunder heut'getan.
Auf! auf! stimmt sein Lob an!
Er stift'unsre Hochzeitsfeier.
O, zum Geier, welch trefflicher Mann!
Lustig! lustig!
Preist die Zaubereien
Von Colas, dem weisen Mann!
Uns vom Kummer zu befreien,
Hat er Wunder heut'getan.
Auf! auf! stimmt sein Lob an!
Er stift'unsre Hochzeitsfeier.
O, zum Geier, welch trefflicher Mann!
BASTIEN, BASTIENNE
Auf! auf! stimmt sein Lob an! usw.
Auf! auf! stimmt sein Lob an! usw.
Konec
